Den österreichischen Winzern machte der Mehltau heuer sehr zu schaffen. Doch Pilze müssen keine Feinde sein: Wer mit ihnen umzugehen weiß, kann ein friedliches Miteinander erreichen.
Winzer Werner Michlits, der biodynamische Weinbauer aus dem Burgenland, nennt jene Bodenpilze, die seine Weinreben bedrohen, gar die "Blumen der Erde" und arbeitet quasi als Pilz-Therapeut. Er lehnt oberflächliche Symptombekämpfung ab und geht stattdessen in die
Tiefe, wo er das Problem an der Wurzel behandelt: "Wir sehen Pilze nicht als Schädlinge, sondern als Teil des Ökosystems Weingarten.
Jeder Winzer sollte sich zuerst die Frage stellen, warum die Pilze ihren angestammten Platz im Erdboden verlassen, in die Blätter wandern und dann Schaden machen?"
Peace für Pilze
Sein therapeutischer Ansatz mit den Mehltaupilzen liegt darin sie wieder in die Erde zurückzudrängen. Langjährige Erfahrung bei der Bewirtschaftung nach den Demeter Methoden und Arbeiten nach Gestirnsrhythmen bringt die notwendige Sensibilität dafür. Den Durchbruch erzielte er schließlich mit Ackerschachtelhalmtee, der grobtropfig in den Weingärten ausgebracht wurde: was einen geordneten Rückzug der Pilze in den Boden zur Folge haben soll. Das bewährte Horn- Kieselpräparat, ein aus Bergkristall fein vermahlenes Pulver, bewirkt eine ganzjährige Stärkung der Pflanze. Es wird in den frühen Morgenstunden auf die Blätter besprüht. Erfolgt das Versprühen hingegen nachmittags, wenn die Sonne den Zenit überschritten hat, wird der Reifeimpuls gestärkt.
Glückliche Reben bei jedem Wetter
So kam es, dass Meinklang trotz des launischen Sommers 2008 mit seinen Wetterkapriolen und ständigen Regenfällen mit der diesjährigen Weinlese glücklich ist. Der viele Sommerregen wurde durch solide Bodenbegrünung gemeistert. Die Reifezeit war harmonisch, zuletzt kalte Nächte und viel Sonne tagsüber, was in Trauben mit Aroma und Zuckergradationen klar über dem Mehrjahresdurchschnitt resultierte.
"Pflanzen, die jahrelang ganzheitlich biodynamisch gepflegt werden, entfalten sich auch unter widrigen Bedingungen", ist Werner Michlits überzeugt.
Unbeschnittene Gärten und Betoneier. Angela und Werner Michlits von MEINKLANG haben den bio-dynamischen Weinbau in Österreich bekannt gemacht und stehen für innovative
Ideen.
So bauen sie etwa ihren Konkret St. Laurent in 9 hl riesigen Beton-Eiern aus, verzichten im Grauburgunder-Weingarten auf den Rebschnitt und fahren so eine sensationelle Qualität ihres "Graupert" ein. Zur Versorgung des Weingartens mit eigenem, hochwertigem Hof-
Dünger holte die Familie eine 300-köpfige Angusrinderherde mit ins Team.
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